18.10.2021

Wie man im Winter umweltfreundlich wohnt

In der kalten Jahreszeit steigt der Energieverbrauch deutlich an. Werden jedoch ein paar Tipps beherzigt, freuen sich Umwelt und Geldbörse. Wir zeigen wie. 

Text und Interview von Ursula Rischanek, freie Redakteurin 

Die Temperaturen sinken, die Heizung läuft auf Hochtouren. Doch die Wärme geht ins Geld und belastet – zumindest bei fossilen Energieträgern – die Umwelt: So verbraucht ein österreichischer Durchschnittshaushalt ungefähr die Hälfte seiner Gesamtenergie für die Raumheizung. Doch es gibt – abgesehen von der thermischen Sanierung des Gebäudes – noch andere Mittel und Wege, um den Verbrauch zu reduzieren. 

Wärmeverlust verringern

„Ein wichtiger Faktor ist die Wartung der Heizung“, weiß Eva-Marieke Lems, Teamleitung Bauen, Wohnen, Energie bei “Die Umweltberatung”. Schon dünne Rußschichten und schlecht eingestellte Heizungen können nämlich den Verbrauch um zehn bis 20 Prozent steigern. Aber nicht nur Ölbrenner und Gastherme gehören gewartet: Zu Beginn der Heizperiode oder spätestens, wenn ein leises Gluckern zu hören ist, sollten Rohre und Heizkörper entlüftet werden. „Die Luft im Heizkreis reduziert die Wasserzirkulation und dadurch die Wärmeabgabe“, beschreibt Lems. Liegen Heizungsrohre, die durch ungeheizte Räume führen, frei, sollten sie isoliert werden, um den Wärmeverlust zu verringern.

© Die Umwelberatung

Eva-Marieke Lems, Teamleitung Bauen, Wohnen, Energie bei DIE UMWELTBERATUNG

Unterschiedliche Temperaturzonen

Ein wichtiger Hebel, um Energiekosten und Umweltbelastung zu reduzieren, ist die Temperatur in den jeweiligen Räumen anschauen. „Wird die Raumtemperatur nur um ein einziges Grad Celsius gesenkt, werden sechs Prozent der Heizenergie eingespart. Gleichzeitig kann sich dadurch das Raumklima verbessern“, rechnet Lems vor. Als Richtwerte empfiehlt sie für Wohnräume eine Temperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius und für Schlafzimmer 16 bis 18 Grad. Für Kinderzimmer gelten 20 bis 21 Grad Celsius optimal, für's Bad 20 bis 24 Grad. „Im Vorzimmer reichen 15 bis 16 Grad. Wichtig ist, dass die Tür zum jeweils kälteren Raum immer geschlossen wird, da sonst die Wärme vom höher temperierten Raum in den kälteren Raum zieht und dadurch der Energieverbrauch steigt“, sagt Lems. 

Automatische Temperaturabsenkung

Zur Temperaturregelung empfiehlt Lems Thermostatventile an den Heizkörpern. Wird nämlich die eingestellte Raumtemperatur überschritten, schaltet das Thermostatventil den betreffenden Heizkörper automatisch ab. Auch Nachtabsenkungen sorgen im Übrigen für sinkende Heizkosten. Wer unbenützte Räume allerdings nicht beheizt, spart am falschen Platz: Sie sollten – auch um Schimmelbildung zu verhindern – immer zumindest etwas geheizt werden.

Lems hat aber noch zwei weitere Tipps parat, um die kostbare Wärme nicht zu verschwenden: „Sorgen Sie dafür, dass Heizkörper nicht von Vorhängen oder Möbeln verdeckt werden. Andernfalls wird nicht der Raum, sondern nur die Mauer beheizt.“ Zum zweiten sollten undichte Fenster und Türen abgedichtet beziehungsweise die Fenster neu eingestellt werden, um den Verlust der Raumwärme zu verhindern.

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Richtig lüften

Auch richtiges Lüften ist gefragt, wenn es darum geht, den Energieverbrauch zu reduzieren. „Kurz, oft und intensiv, heißt die Devise in der kalten Jahreszeit“, bringt es Lems auf den Punkt. Je kälter es draußen ist, desto kürzer sollte gelüftet werden. Fünf bis zehn Minuten mehrere Male am Tag reichen aus, um frische Luft in die Räume zu bringen. Selbst wenn die Fenster nur kurz offen sind, kann die feuchte Luft nach draußen entweichen und im Gegenzug trockene, sauerstoffreiche Luft in den Raum gelangen. Weil diese sich leichter erwärmt, wird nach dem Schließen der Fenster die gewünschte Raumtemperatur schnell wieder erreicht. Dabei gilt es eines zu beachten: „Die Fenster stundenlang zu kippen, ist ein No-Go“, so Lems. Denn trotz langer Öffnungszeit kann die Luft nicht optimal zirkulieren, während Wände und der Bereich rund ums Fenster zu sehr abkühlen. „Das Beste wäre, sofern möglich, quer- oder stoß zu lüften“, rät die Expertin.