„Die Möbelbranche ist mit einem blauen Auge durch die Krise gekommen.“

 

Großes Aufatmen im Messebereich, Großveranstaltungen sind wieder erlaubt. Für Edmund Seliger, Category Manager „Wohnen & Interieur“ bei Reed Exhibitions Österreich, eine enorme Erleichterung. Was er aus der Krise gelernt hat, wie er seinen Kunden nun helfen will und was die Digitalisierung mit einer Wiener Melange zu tun hat, verrät er im Interview. 

 

© Reed Exhibitions
Category Manager Edmund Seliger im Gespräch. 

 

Herr Seliger, laut Verordnung der Bundesregierung dürfen seit 15. Juni Messen und Kongresse wieder stattfinden. Eine große Erleichterung.

Seliger: Ein großes Durchatmen, nicht nur für uns als Messeveranstalter, sondern auch für unsere Aussteller. Diese Nachricht bedeutet Planungssicherheit und das stimmt die Branche wieder optimistisch.

Nach den ersten Lockerungen herrschte ein echter Sturm auf Möbelhäuser. Von Krise kann hier kaum die Rede sein.

Seliger: Die Möbelbranche mag mit einem blauen Auge durch Krise gekommen sein, aber vergessen wir dabei nicht, dass für manche Aussteller die „Wohnen & Interieur“ im März der größte Umsatzbringer ist. Jene Aussteller haben unter der Absage der Messe sehr gelitten.

Dafür gibt es nun die einmalige Sonderedition „Wohnen & Interieur Winter Edition“.

Seliger: Richtig. Mit diesem Format im Oktober wollen wir unseren Ausstellern helfen, den verlorenen Umsatz wieder wett zu machen.

Wie unterscheidet sich diese Sonderedition von der traditionellen „Wohnen & Interieur“?

Seliger: Neben dem vorweihnachtlichen Termin ist auch die Hallensituation und damit die Aufplanung eine andere. Ein Pluspunkt ist, dass wir am Nationalfeiertag geöffnet haben. Das und vier Parallelmessen werden für noch mehr Besucher sorgen.

Seit Corona gewinnt das Zuhause als sichere Zuflucht an Bedeutung. Manche Experten sprechen schon von einer Rückkehr ins Biedermeier-Zeitalter.

Seliger: Der Lockdown mag vorbei sein, was bleibt ist, dass die Wertschätzung des Eigenheims größer geworden ist. Das betrifft auch das Thema Regionalität und Nachhaltigkeit, auf das wir als Veranstalter schon länger einen starken Fokus legen.

Eine freche Frage zum Schluss: Ist das Prinzip einer analogen Messe nicht obsolet?

Seliger: Nein. Der Face-to-Face-Kontakt ist nach wie vor einer der wichtigsten Kommunikationskanäle. Sich eine neue Küche vor Ort einmal live anzusehen, wird kein digitaler Zwilling so schnell ersetzen können. Aber natürlich gewinnen auch digitale Präsentationsmöglichkeiten an Fahrt. Wir als Veranstalter sind längst auf diesen Zug aufgesprungen.

Und wie sieht dieser Zug aus?

Seliger: Ich vergleiche es gerne mit einer Wiener Melange. Der Anteil an Kaffee (digital) und Milch (analog) muss stimmen. Das Ergebnis ist eine „hybride Messe“. Wir haben eine der größten Einrichtungs-Communities in ganz Österreich. Diesen Kanal wollen wir unseren Ausstellern 365-Tage im Jahr zur Verfügung stellen und wollen unseren Besuchern mit Trends und Themen zeigen, dass wir mehr als „nur“ eine Messe sind. Wir sind eine Themenplattform.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

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