Tiny House: Wohnkonzept der Zukunft?

Wohnen mitten in der Natur, unabhängig und ökologisch. Leben in einem „Tiny House“ hat seinen Reiz. Doch wie lebt es sich wirklich in einem Minihaus? 

 

Text von Tamara Effler, Content & Brand-Management

© Wohnwagon

Wohnen in der Natur ist möglich, muss aber genehmigt werden.

Mario Rampitsch aus der Steiermark hat sich vor einem Jahr dazu entschieden auf maximal 50 Quadratmetern zu leben. Mit seiner Arche - einem mobilen Tiny House von Wohnwagon - hat er sich den Wunsch nach einem autarken und ökologischen Leben mitten in der Natur erfüllt. Wie er die Ressourcen der Umgebung nutzt und (fast) alles selbst macht erzählt er hier. Der Trend der „Tiny Houses“, zu Deutsch „winzige Häuser“ mag für manche verrückt klingen, doch für andere ist es der ultimativ reduzierte Lebensstil. 

 

Der richtige Abstellplatz

Selbstbestimmt mitten in der Natur leben ist für manche ein Traum, den man sich mit einem „Tiny House“ erfüllen kann. Der Vorteil: dieses Minihaus ist leicht zu transportieren und mit wenigen Handgriffen aufgestellt. Das Paradies wäre also zum Greifen nah, gäbe es da die Schlange nicht. Denn trotz mobiler Wohneinheit, einfach überall platzieren darf man die winzigen Häuser eigentlich nicht. Noch gibt es Schlupflöcher, denn baurechtlich gibt es aufgrund der Neuheit des Konzepts keine genauen Vorschriften. Die eigentliche Flächenwidmung des Grundstücks und die jeweiligen Vorschriften der Gemeinde, wo man sich mit dem „Tiny House“ sesshaft machen will, müssen berücksichtigt werden. Eine individuelle Abklärung mit Bürgermeister oder dem Gemeindeamt empfiehlt sich daher in jedem Fall.

 

Individualität und Nachhaltigkeit wird großgeschrieben

Aus was besteht aber das winzige Eigenheim? Mit den Materialien Holz, Glas, Schafwolle, Lehmputz sowie anderen recycelten oder recyclebaren Baustoffen, wird bei der Produktion eines Tiny Houses ein großer Wert auf Ökologie und Nachhaltigkeit gelegt. Minihäuser kommen nicht von der Stange, sondern werden individuell nach Auftragserteilung gefertigt. Die Bauweise beruht auf einem Modulprinzip. So lässt sich die Wohneinheit individuell konfigurieren und je nach Anbieter auch erweitern. Im Grundmodul finden sich ein Wohn- und Schlafbereich, eine Küche sowie ein Badezimmer mit Dusche und Toilette.

© Wohnwagon

Genügend Platz für Freizeit und Homeoffice 

Intelligente Möbellösungen sorgen im Innenraum dafür, dass man auf den wenigen Quadratmetern Wohnfläche dennoch genügend Platz zum Leben sowie Stauraum hat. Auch bei der Einrichtung setzt sich die Modulbauweise fort. Daher kann man sie unkompliziert den eigenen Bedürfnissen anpassen und zum Beispiel sogar mit einer Smart Home Technologie erweitern.

 

Es lebe die Autarkie

Vor allem bei Ökoenthusiasten sind diese Häuser „en vogue“. Denn was die Energieversorgung betrifft, bietet ein das kleine Häuschen die Möglichkeit völlig unabhängig zu leben. Autark ist in und so auch die durchdachten Lösungen für Strom, Wasser und Heizung. Das Wiener Unternehmen Wohnwagon nutzt zum Beispiel ein spezielles System des Wasser-Upcyclings. Gebrauchtes Wasser aus der Dusche oder der Abwasch wird am Dach von speziellen Sumpfpflanzen gereinigt, und kann wiederverwendet werden. Da die Pflanzen winterfest sind, muss man sich auch in der kalten Jahreszeit keine Sorgen machen auf dem Trockenen zu sitzen. 

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Autarke Versorgung dank Photovoltaik Anlage und Sumpfpflanzen am Dach.

Eine Photovoltaik Inselanlage mit großem Speicher am Dach des Wohnwagons stellt die Stromversorgung über die Sonne sicher. Der Strom wird in Akkus gespeichert, die im doppelten Boden des Wagons versteckt sind. Sollte es dennoch einmal knapp werden, kann jederzeit extern geladen werden. Eine solche Anlage erfordert natürlich einen bewussten Umgang mit der Energie, doch dies ist ohnehin Teil des Wohnkonzepts. 

Ein Tiny House dauerhaft Zuhause zu nennen, ist eine eigene Lebenseinstellung. Denn der autarke und minimalistische Lebensstil ist nicht jedermanns und jederfraus Sache. Mario Rampitsch weiß nach einem Jahr in seiner Arche: „Auch wenn wir uns noch nicht in der vollen Nutzung unseres mobilen Lebensraums befinden, fühlt es sich wie der für uns richtige Weg zu einem selbstbestimmten und selbstverantwortlichen Leben an. Die Freude und Ruhe an dem Ort bringt uns zum Wesentlichen und befreit von den unzähligen Einflüssen und Überflüssigen der Urbanität.“

Zum Kennenlernen kann man es mit einem Tiny-House-Urlaub versuchen, und sich eine entspannte Auszeit in der Natur gönnen. 

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